Eine Hexe, die keine Hexe sein will, muss sich ihrer Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft stellen

Rezension: „A Discovery of Witches“ von Deborah Harkness

„A Discovery of Witches“ ist der erste Band der Trilogie „All Souls“. Leider war mir das nicht klar, als ich das Buch kaufte, denn die anderen Bände waren zu dem Zeitpunkt noch nicht erschienen. Allerdings hätte ich das Buch dann wahrscheinlich nicht gekauft und ich bin sehr froh, dass es jetzt in meinem Bücherregal steht.

Worum geht es? Diana Bishop ist Historikerin, spezialisiert auf Wissenschaftsgeschichte. Sie befasst sich gerade mit Illustrationen in alten alchemistischen Büchern. Eines Tages entdeckt sie dabei ein Manuskript, dass seit über einem Jahrhundert als vermisst gilt. Doch dessen ist sie sich zunächst nicht bewusst. Sie bemerkt jedoch, dass das Buch mit einem Zauber belegt ist – denn Diana ist eine Hexe. Eine Hexe, die ihre Magie seit dem Tod ihrer Eltern nicht nutzen will und kann.

Weiterlesen

Rezension: „Die weiße Massai“ von Corinne Hofmann

Corinne Hofmann verliebt sich 1988 im Urlaub in einen Massai und beschließt, zurückzukehren und ihn später zu heiraten. Nach vielen Irrungen und Wirrungen finden sie tatsächlich zueinander – doch nicht nur die kulturellen Unterschiede und Kommunikationsprobleme erweisen sich als Herausforderung. Das größere Hindernis scheint Lketingas Eifersucht und Misstrauen zu sein. Immer wieder unterstellt er Corinne, sie würde mit anderen Männern fremdgehen. Sein Misstrauen isoliert sie zunehmend und 1990 beschließt sie, mit ihrer Gemeinsamen Tochter zu Corinnes Familie in die Schweiz zurückzukehren.

Weiterlesen

Rezension: „Barbara“ von Joseph Roth

„Barbara“ ist eine sehr hoffnungslose Geschichte. Der Stil ist nicht übertrieben dramatisch, wodurch die Trostlosigkeit des Inhalts noch stärker zur Geltung kommt. Die Frau steht ihrem eigenen Leben geradezu unbeteiligt gegenüber, zum Beispiel auf ihrer Hochzeit:

Barbara saß da, als säße sie auf der Hochzeit einer Freundin.

Nur für ihr Kind, das sie als Witwe alleine großziehen muss, scheint sie ihre Gleichgültigkeit abzulegen. Sie arbeitet hart, um ihrem Sohn später auch eine gute Bildung ermöglichen zu können.

Nur einmal verliebt sie sich –

Weiterlesen

Rezension: „Meister Zacharius“ von Jules Verne

Uhrmachermeister Zacharius gehört zu den besten seines Berufs und gilt als der Uhrmacher schlechthin. Doch seit einiger Zeit ist er zutiefst bedrückt: Eine kunstvolle Uhr nach der anderen bliebt stehen, ohne dass sich eine Ursache findet. Zunehmend geht es auch mit seiner eigenen Gesundheit bergab, die an das Schicksal seiner Uhren gebunden zu sein scheint…

Weiterlesen

Wann habe ich genug recherchiert?

Seit mehreren Jahren recherchiere ich nun zu einem Thema, über das ich einen Roman schreiben möchte. Nicht nur irgendeinen Roman: Er soll gut werden. Dabei habe ich mit Dem Thema™ eigentlich gar nichts am Hut. Woher weiß ich, wann ich genug recherchiert habe?

Weiterlesen

Michel Peissel: „Land ohne Horizont – Reisen in das unentdeckte Tibet“

Der Reisebericht beschreibt eine Expedition ins Changtang, eine entlegene und weitestgehend unerforschte Gegend Tibets. Michel Peissel beschreibt in dem Buch sowohl die Landschaft, Flora und Fauna als auch die Menschen, die dort leben. Historische, biologische und politische Hintergründe werden immer wieder aufgegriffen. Die Art, wie diese Hintergründe in den Text eingebaut sind, hat mir sehr gut gefallen.

Weiterlesen

Musikalischer Mittwoch: „Mondscheinsonate“ von Ludwig van Beethoven

Die Sonate wird häufig mit „Im Mondschein“ betitelt und wurde 1801 von Beethoven komponiert. Sie ist der Gräfin Giulietta Guicciardi gewidmet.

Die Form des Klavierstücks ist bemerkenswert. Die Noten tragen die Anmerkung „Sonata quasi una fantasia“ – übersetzt in etwa „Sonate, so gut wie eine Fantasie“. Mit „Fantasie“ ist hier nicht die persönliche Vorstellungskraft eines Menschen gemeint, sondern eine weitere Musikform. Das ist insofern bemerkenswert, alsdass Musik damals noch sehr strengen Regeln unterlag. Bestimmte Dinge „durfte“ ein Komponist einfach nicht machen. Beethoven war maßgeblich daran beteiligt, diese strengen Regeln nicht nur erweitern und weiterzuentwickeln, sondern auch allmählich aufzubrechen.

Weiterlesen

John William Polidori: „Der Vampir“

Aubrey ist jung, unerfahren und adlig. Er hat unrealistische Ideale, wenn es um andere Menschen geht, und erlebt deshalb in Gesellschaft zunächst eine Enttäuschung. Doch dann entdeckt er Lord Ruthven: einen bleichen Herrn, der durch alle Personen nur hindurch zu sehen scheint. Aubrey ist fasziniert und stimmt begeistert zu, als Lord Ruthven ihm vorschlägt, ihre geplanten Auslandsreisen gemeinsam anzutreten … Weiterlesen