Montagsfrage: “Wie viele Ideen schlummern in deinen Notizbüchern?”

Montagsfrage für Autoren

 

Wie viele Ideen schlummern in deinen Notizbüchern?

Diese Frage ist nicht leicht zu beantworten.

In vielen alten Notizbücher (es sind 12 oder 13 an der Zahl) befinden sich zahlreiche Ideen. Aber wie viele sind davon brauchbar? Immerhin haben sich diese Ideen zum Teil über Jahre hinweg angesammelt … Und nicht alles, was ich von mir gebe, ist Gold wert; jedes Hirn spuckt vor allem eine Art von Ideen aus: unbrauchbare.

Deshalb verspüre ich jetzt nicht das geringste Bedürfnis, nachzusehen, was tatsächlich in diesen Notizbüchern steckt. Zudem habe ich momentan auch ohne neue alte Ideen genug zu tun und viel zu wenig Zeit, alle Ideen auszuarbeiten.

Zu diesen Notizbüchern kommen bei mir noch Mind-Maps, Zettelsammlungen und skizzierte Szenen, Plots und gesammeltes Material hinzu. Das meiste davon habe ich glücklicherweise irgendwann in einen Ordner einsortiert – wo es seitdem brav vor sich hin schlummert, bis ich in einem akuten Anfall von Langeweile und Ideenlosigkeit darüber herfallen werde.

Ach, und digitale Ideensammlungen …. darüber reden wir lieber nicht. ;)

 

Schreibzeit: Pläne & Ziele – oder doch nicht?

Montagsfrage für Autoren

Schreibst du nach Lust und Laune oder setzt du dir tägliche/wöchentliche Ziele?

Eine Zeit lang schrieb ich nach etwas strengeren Plänen — die ich oft nicht eingehalten habe. Dann ging ich nach einer Zeit des Frei-Schnauze-Schreibens dazu über, mindestens einen Satz pro Tag zu schreiben: denn Kleinvieh macht bekanntlich auch Mist und der eine, erzwungene Satz war oft Einstieg, um mehr zu schreiben.

Momentan arbeite ich theoretisch mit flexiblen Plänen. D.h. ich setze mir ein Monatsziel, das ich möglichst realistisch setze. Ob ich jeden Tag, zweimal die Woche oder nur einmal die Woche eine private Blockveranstaltung abhalte, ist unterschiedlich. Meistens verteile ich mein Schreibpensum, schreibe aber nicht jeden Tag.

Warum arbeite ich nur “theoretisch” mit solchen flexiblen Plänen? Weil ich ganz aktuell gar nicht viel schreibe. So wenig, dass sich kein Plan dafür lohnt und jedes Schreibpensum nur unnötigen und kontraproduktiven Druck aufbaut. Der Grund für die vorübergehende Schreibpause basiert leider nicht auf fehlender Motivation oder fehlenden Ideen — der Grund liegt in banalem Zeitmangel. Aber auch der geht vorbei und dann schreibe ich wieder mit selbstgesetztem Monatspensum.

Suchmaschinenseltsamkeit

Skurril: Ich suche in einer Suchmaschine nach dem Namen eines Virenscanners und einer verdächtigen Datei und bekomme als Sponsoren-Anzeige: Faltbecken für Koi.

Welcher Algorithmus hat das denn ausgebrütet? Böse Datei ertränken und unfähiges Programm zusammenfalten, oder was?

Der beste Schreibort

Montagsfrage für Autoren

Wo schreibst du am liebsten?

Am liebsten schreibe ich draußen oder zumindest bei offenem Fenster: Wenn es warm genug ist, aber nicht zu warm. Dabei kann ich allerdings nicht viel Lärm vertragen, obwohl mich z.B. beim Lesen laute Geräusche nicht weiter stören. Nur beim Schreiben bin ich diesbezüglich etwas empfindlicher.

Da der Akku meines alten Labtops allerdings noch schwächer als schwach ist und auch sonst immer irgendwas stört, kommt es aus praktischen Gründen nicht in Frage, draußen zu schreiben. (Von Hand zu schreiben ist keine Option. Outlines: Ja. Aber nicht die Geschichte selbst.)

Deshalb schreibe ich faktisch am liebsten an meinem Schreibtisch, während das Fenster auf ist. Zu Hause stört es mich auch nicht, wenn schlechtes Wetter ist. ;)

Ein guter Platz, um konzentriert zu schreiben, ist für mich außerdem die Bibliothek: Ruhe, wenig Ablenkung und eine allgemeine Arbeitsatmosphäre erleichtern es ungemein, konzentriert zu arbeiten.

Die Suche nach dem richtigen Wort

Vor mir liegen die Früchte der Ernte meiner Gedanken. Kleine Getreidekörner, die unscheinbar matt im fahlen Licht des Mondes schimmern. In einer hölzernen Schüssel liegen sie – und warten auf ihr Erwachen.

Ich greife mit beiden Händen in die Schüssel hinein; doch kein einziges Getreidekorn bleibt in ihnen zurück. Wie tanzendes Licht, das man zu fassen sucht, entzieht sich jedes meinem Griff.

Die unzählbaren Samen, in mühevoller Arbeit am Wegesrand gesammelt, liegen ungreifbar in ihrer Schüssel. Eingehüllt in einen silbergrünen Mantel, verborgen unter einem harten Schutzschild.

Doch als der Mond sich schon zum Horizont neigt und die Sterne im Morgenrot ertrinken, zerspringt die Hülle eines Samenkorns – und ein zarter Trieb reckt sich dem dünnen Hauch meines Atems entgegen.

Montagsfrage: Hast du schon einmal ein Projekt abgebrochen und weshalb?

Montagsfrage für Autoren
Da mir die Frage diese Woche gefällt, greife ich sie mal wieder auf.

Zunächst ist mir die Unterscheidung zwischen „pausieren“ und „begraben“ wichtig. Auf meiner Festplatte liegen zahlreiche Romananfänge, Konzepte und grob notierte Ideen – aber auch schon weiter fortgeschrittene Schreibprojekte. Die meisten davon pausieren und sind nicht vollständig begraben.

Der Hauptgrund für das Pausieren lautet: Zeit und Konzentration. Um mich besser auf ein (zwei, drei, …) Projekte konzentrieren zu können, notiere ich mir lediglich Zusammenfassungen oder Ideen für andere Projekte und lasse sie erst einmal liegen. Nur wenn mir von selbst Ideen zu einem dieser beiseite gelegten Projekte kommen, notiere ich die Einfälle kurz, speichere sie im selben Textdokument ab und lasse das Ganze anschließend wieder ruhen.

Ein anderer Grund lautet: Langeweile. Manche Ideen habe ich so lange durchgekaut, dass ich einfach die Lust verloren habe, die Geschichte auch noch aufzuschreiben. In anderen Fällen überzeugt mich die Idee selbst nicht mehr; kein Wunder, wenn man noch viele Jugendideen auf der Festplatte hat. Die sind eben typisch Anfängerin und typisch Jugendliche ;) und damit zu flach, zu banal und zu wenig „ich selbst“. Obwohl mir die Grundideen oft noch gefallen, müssen sie erst noch überdacht und angereichert werden. Manchmal schmeiße ich zwei alte und eine neue Idee zusammen und habe auf einmal ein Konzept, das mir gut gefällt. Deshalb lösche ich solche alten, stillgelegten Dateien nicht einfach.

Aber natürlich gibt es auch Geschichten, die ich endgültig abgebrochen und begraben habe. Dazu gehören viele alte Ideen (siehe oben: Anfängergeschichten und Jugendlichenideen), aber auch bei manchen „neuen“ Ideen merke ich irgendwann: Die Geschichte langweilt mich und ist zu wirr – spätestens, wenn ich mich selbst nur noch darüber lustig machen kann, ist eindeutig, dass die Geschichte in den Müll gehört.

Schrödingers Katzenhoffnung 1870

Ein bisschen nachdenkliches Geblubber zu einer Inspiration. Dante Gabriel Rosetti: “Pandora (for a picture)” (1870) enthält einen wunderschönen Schluss, der zum philosuffsophieren einlädt.

Aye, clench the cashet now! Wither they go
Thou mayst not dare to think: nor canst thou know
If Hope still pent there be alive or dead

Die Passage lässt mich an Schrödingers Katze denken. Hoffnung wird quasi permanent von einer ganzen Höllenmaschinerie bedroht — ohne dass sicher ist, ob sie lebt oder tot ist. Sie ist beides zugleich — wie Schrödingers Katze.

[/Melodrama]
[/pseudointellektuelles Geblubber]

Reisfrage (*) für Schreiber: Kann man gleichzeitig schreiben und nicht schreiben?

(*) kein Tippfehler.