3 x 3 | Neustart

Lange habe ich überlegt, ob und wie ich diesen Blog wiederbeleben soll. Letztlich habe ich mich aus drei Gründen dafür entscheiden:

  1. Bloggen macht mir Spaß und ich habe es vermisst – dabei habe ich noch nicht einmal wahnsinnig oft, regelmäßig oder viel gebloggt.

  2. Ich tausche mich gerne mit anderen aus, ich kommuniziere gerne. Meine Motivation für meine Website war ursprünglich, unabhängig von Foren und Netzwerken eine Adresse zu haben.

  3. Inzwischen weiß ich, was ich will – und was nicht.

Der letzte Punkt ist insofern relevant, als dass er den zukünftigen Kurs bestimmen wird. Ich möchte noch immer über das Schreiben schreiben und meine Gedanken zu Literatur teilen. Das soll aber nicht alles sein. Mein allererster Blog, damals noch bei WordPress.com, war in vielerlei Hinsicht chaotisch. Als ich auf meine eigene Website umzog hatte ich das Gefühl, mich einschränken zu müssen, um eine klare Linie zu bieten. Diesen Druck werde ich mir in Zukunft nicht mehr machen, er hat mich eingeschränkt und mir letztlich die Freude am Bloggen verdorben.

Übermäßig Privates wird es hier weiterhin NICHT geben. Stattdessen möchte ich einfach nur ein breiteres Spektrum von Dingen teilen, die mich interessieren. Ganz so chaotisch wie beim ersten Mal wird es also auch nicht.

Leute, die zu viele Marketingbücher gelesen haben, schlagen jetzt vermutlich die Hände über dem Kopf zusammen. Das geht doch nicht! Eine Website muss eine klare Zielgruppe haben, so ein Mischmasch ruiniert den Traffic und …

Okay.

  1. Ich habe es satt, dass mir Menschen (die selbst oft nicht besser dastehen, denn sonst hätten sie keine Zeit für diesen Blödsinn) mir erklären wollen, was ich zu tun und zu lassen habe.

  2. Umgekehrt will ich selbst aufhören so zu tun als ob. Mir wurde früher oft gesagt, ich würde professionell wirken und so viel wissen … Das war nie meine Absicht und das ist auch kein Image, das ich will – obwohl es als Kompliment gedacht war. Es war mir unangenehm. Meine eigene Reaktion auf solche Äußerungen hat mir letztlich vor Augen geführt, dass ich DIESE Onlinepräsenz nicht will, selbst wenn der Eindruck unbeabsichtigt zustande kam. Das bin nicht ich.

  3. Ich brauche keinen riesigen Besucherstrom, ich gebe mich gern mit dem einen oder anderen stillen Leser zufrieden.

Meine Website richtet sich weiterhin an Personen, die sich für Ähnliches begeistern können wie ich. Es gibt tausende von anderen Blogs. AutorInnen haben es an sich, gerne zu schreiben – und viele bloggen ausschließlich über Schreibthemen; viel besser, umfangreicher und geordneter als ich das jemals könnte.

Ein ganz banaler Aspekt kommt noch hinzu: Das hier ist nicht schreibratgeber-der-voll-professionell-wirkt-aber-letztlich-nur-meine-meinung-widerspiegelt.de, sondern die URL lautet auf meinen Namen. Wenn es irgendwo um mein Zeug gehen darf, dann hier. (Ich bin eine Blitzmerkerin. ) Das ist nicht der einzige legitime Ansatz für einen Blog – aber ich kann inzwischen einsehen, dass es EIN legitimer Ansatz ist. Ich darf Raum einnehmen. Du darfst Raum einnehmen. Das Schöne am Internet ist doch, dass wir uns trotzdem nicht ins Gehege kommen oder uns gegenseitig auf die Füße treten müssen.

Ich habe nur einen groben Plan, in welche Richtung ich mich hier bewegen möchte – und für die „alten“ LeserInnen, die sich vielleicht noch einmal hierher verirrt haben, möchte ich das transparent machen:

  1. Gedanken zum Schreiben und Lesen kommen weiterhin vor, weil ich nun einmal eine Meinung dazu habe und die gelegentlich auch mitteilen möchte. Allerdings wird sich das Themenspektrum deutlich erweitern.

  2. Meine schwarz-melancholische Seite mischt dieses Mal stärker mit.

  3. Es wird ein paar ganz uncoole Dinge wie Lyrik geben.

Seid also gespannt – oder auch nicht. Ich freue mich jedenfalls, wieder da zu sein.

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