Rezension: „Die weiße Massai“ von Corinne Hofmann

Corinne Hofmann verliebt sich 1988 im Urlaub in einen Massai und beschließt, zurückzukehren und ihn später zu heiraten. Nach vielen Irrungen und Wirrungen finden sie tatsächlich zueinander – doch nicht nur die kulturellen Unterschiede und Kommunikationsprobleme erweisen sich als Herausforderung. Das größere Hindernis scheint Lketingas Eifersucht und Misstrauen zu sein. Immer wieder unterstellt er Corinne, sie würde mit anderen Männern fremdgehen. Sein Misstrauen isoliert sie zunehmend und 1990 beschließt sie, mit ihrer Gemeinsamen Tochter zu Corinnes Familie in die Schweiz zurückzukehren.

Der autobiografische Bericht erzählt von kleinen Problemen, schweren Krankheiten und den wiederholten Versuchen, nicht nur eine Lebensgrundlage aufzubauen sondern auch eine Ehe zu retten.

Corinne Hofmann wirkt durch und durch wie eine Geschäftsfrau. Das hat mich persönlich überrascht, weil sie (anfangs) trotzdem eine romantisierte Sichtweise hat. Da sie, wie sie selbst sagt, jedoch keine halben Sachen macht, folgt sie ihrem Wunsch, bei ihrer großen Liebe zu bleiben.

Das Verhalten ihres (Ex-)Mannes scheint nicht auf einfacher Eifersucht zu beruhen, sondern wirkt eher wie Paranoia. Dazu passt sein Konsum einer psychotropen Substanz, die bei einer Gelegenheit in Kombination mit Alkohol zu einem Zustand vollkommener Verwirrung führt – um es vorsichtig auszudrücken.

Wann immer ich etwas über dieses Buch höre, stehen die kulturellen Unterschiede im Vordergrund. Auf mich wirkt es aber so, als wäre Corinne Hofmann mit den kulturellen Unterschieden an sich relativ gut zurechtgekommen – ohne alles mitzumachen und ihre Selbstständigkeit aufzugeben, aber mit einem gesunden Maß an Anpassung. Letztlich zerbricht die Beziehung an krankhafter Eifersucht, was auch in Europa hättte passieren können.

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